Waschtag

In der heutigen Zeit keine Waschmaschine mehr – undenkbar! Doch wenn ich mich an meine Kinderzeit erinnere, musste meine Mutter in den 60er Jahren noch ohne Waschmaschine auskommen. Etwa 9% der Haushalte hatten zu dieser Zeit erst eine Waschmaschine, die den Alltag der Frauen erheblich erleichterte. Wer hätte damals gedacht, dass in der heutigen Zeit fast alle Haushalte mit einer Waschmaschine ausgestattet sind? Das Waschen war Knochenarbeit, denn alles wurde mit den Händen gemacht. Zeitlich gesehen dauerte es oft den ganzen Tag.

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Früher war Waschen richtig schwer

Bei uns im Keller stand ein großer Manteltopf, der sehr vielseitig zu gebrauchen war. Es wurde darin eingemacht, gekocht und gewaschen. Vor dem Waschen wurde er mühsam mit Wasser befüllt und mit Holz angefeuert. Es dauerte eine Ewigkeit bis das Wasser heiß war. Für mich war das Anzünden des Ofens immer am spannendsten. Dann kam die Kochwäsche in den Manteltopf hinein und Mutter rührte mit einem riesengroßen Holzstab die Wäsche im Topf um. Das war eine schweißtreibende Angelegenheit. Die gefühlte, saubere Wäsche wurde dann im nächsten Arbeitsschritt mit klarem Wasser gespült und ausgewrungen. Und das mit den Händen! Ab in den Trockner? Nein, den gab es auch nicht. Die nasse, schwere Wäsche, vor allem Damast-Bettwäsche und Bettlaken aus Leinen, wurden zum Trocknen auf Wäscheleinen im Keller oder im Freien aufgehängt. Die Wäscheklammern aus Holz wurden auch gerne zum Basteln genutzt und aus dem Klammereimer stibitzt.

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Einzug des Fortschritts

Doch auch bei uns Zuhause zog dann irgendwann der Fortschritt ein und meine Mutter bekam eine Waschmaschine. In der ersten Zeit war sie so davon fasziniert, dass sie sich auf einem Hocker davor setzte und zuschaute, wie die Waschmaschinentrommel sich drehte.

Der Manteltopf stand noch einige Jahre im Keller neben der Waschmaschine und erinnerte an die langen und schweißtreibenden Waschtage. Mit Wohlbehagen rieche ich heute noch gerne den Duft nach frischer Luft im neu bezogenen Bett. Wenn das Wetter es möglich macht benutze ich keinen Trockner, hänge meine Wäsche draußen an die frische Luft und werde an meine Kindheit erinnert. Aber ohne Waschmaschine geht gar nichts!

Eure Holly

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